Mariano P. Barbato ThPQ 170 (2022), 356–363
 
Synodalität zwischen hierarchischer Herrschaftsstruktur und Mitbestimmung
Eine politikwissenschaftliche Perspektive auf ein theologisches Konzept
 

Dieser Debattenbeitrag wirft einen kritischen Blick auf die Konstruktion des Synodalen Weges in Deutschland. Dieser stehe seinem Selbstverständnis nach nicht nur außerhalb des Regelungsbereichs des kanonischen Rechts, sondern auch im Widerspruch zum Synodalitäts-Verständnis von Papst Franziskus. Die deutsche Auffassung von Synodalität ziele darauf ab, die Hierarchie des Klerus zu sprengen; die römische Synodalität dagegen ziele darauf ab, sie zu schützen, indem sie in der Tradition des Zweiten Vatikanischen Konzils als Gemeinschaftsprinzip Bischöfe zusammenführen und Laien integrieren könne. Eine wichtige Rolle für das Synodalitätsverständnis des deutschen Synodalen Weges weist der Autor dabei dem Umgang mit dem Missbrauchsskandal zu. (Redaktion)