Christian Spieß / Katja Winkler ThPQ 169 (2021), 388–397
 
Die „Nähe zu den Menschen“ als theologisch-sozialethische Programmatik bei Papst Franziskus?
Spurensuche zwischen Machtkritik und Inklusion
 

Verschiedene Äußerungen von Papst Franziskus sind zuletzt auf ein geteiltes Echo gestoßen. Kritisiert wurde vor allem die Vernachlässigung gerechtigkeitstheoretischer und strukturethischer Überlegungen zu Gunsten einer ganz auf die „brüderliche Liebe“ der Religionen setzenden Semantik. Der vorliegende Beitrag versucht dagegen zu zeigen, dass die beiden von Papst Franziskus forcierten Impulse der Machtkritik und der Inklusion wichtige Erweiterungen der Sozialverkündigung der Kirche sein können. Diese beiden Motive zeichnen sich – zumal nach der Sozialenzyklika Fratelli tutti und dem Nachsynodalen Dokument Querida Amazonia (beide 2020) – als zentrale Bausteine einer sozialethischen Programmatik des aktuellen Pontifikates ab.
(Redaktion)