Sabine Demel ThPQ 169 (2021), 380–387
 
„Durch solches Handeln hast du dein Volk gelehrt, dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss“ (Weish 12,19)
Zu einem Kirchenrecht nahe bei den Menschen
 

Das Kirchenrecht ist nicht gerade jener Bereich, der im Verdacht steht, nahe bei den Menschen zu sein. Im Gegenteil wird es in der Öffentlichkeit als fern von den Menschen wahrgenommen. Aus der Perspektive derjenigen, die Kirchenrecht betreiben, stellt sich das anders dar. Schließlich bedarf es gewisser Regeln, um das Zusammenleben in Gemeinschaft zu ermöglichen. Regelverstöße müssen zwar geahndet werden, zielen aber im Kirchenrecht weniger auf Bestrafung als auf Einsicht und Besserung der Regelverletzenden und erinnern an die Verantwortung gegenüber sich und der Gemeinschaft. Wird das Kirchenrecht zudem vor dem Hintergrund von Liebe und Barmherzigkeit angewandt, sorgsam den Einzelfall abwägend, kann es nicht anders als nahe beim Menschen sein.
(Redaktion)

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