Jürgen Werbick ThPQ 169 (2021), 371–379
 
Für eine menschenfreundliche Kirche
Fundamentaltheologische Vorüberlegungen zur ekklesiologischen Option „Nahe bei den Menschen“
 

Anhand eines fiktiven Dialog-Beispiels veranschaulicht der Autor, Prof. em. für Fundamentaltheologie in Münster, dass gewisse Formen von Nähe bei Menschen nicht erwünscht sind, schon gar nicht in Corona-Zeiten. Noch mehr gilt für die Kirche angesichts der Missbrauchsfälle, übergriffige Formen der Annäherung zu vermeiden. Darum zeigt der Verfasser auf, unter welchen Bedingungen und mit welchem Feingefühl die Kirche ihre eigentliche Sendung erfüllen soll, den Menschen so zu begegnen, dass „sie sich das Evangelium nahe gehen lassen.“ Ein Hindernis ist aber nicht nur die Widerständigkeit der fremden Botschaft Jesu, sondern auch die „Partizipations-Verweigerung“ der kirchlichen Hierarchie selbst, die deutlich angesprochen wird. Nötig wäre vielmehr ein diakonisches, selbstvergessenes Anbieten eines anderen Lebensstiles „im Ausprobieren der Alternative mit Gott.“
(Redaktion)