Katja Boehme ThPQ 169 (2021), 339–348
 
Sakramentalität der Laien
Das Beispiel Madeleine Delbrêl
 

Madeleine Delbrêl dürfte zu den eindrucksvollsten Gestalten der Christentumsgeschichte zählen, die ihr Christsein um Gottes und der Nächsten willen konsequent aus dem Herzen der Kirche und aus einer tief verwurzelten Spiritualität heraus bedingungslos gelebt hat. Inmitten des kommunistischen Arbeitermilieus Frankreichs der 1930er- bis 1960er-Jahre wandte sie sich als Frau allen Menschen unabhängig von Glauben bzw. Nicht-Glauben und bekennendem Atheismus zu. Im einfachen Dasein, in jeder noch so unbedeutend erscheinenden Handlung und jedem Gedanken bringt sie Gott konsequent in die Welt, in der er schon immer ist, weil er im Gegenüber begegnet. Wie sie selber Gottes-Dienst, Sakramentalität und Kirche-Sein in Worte fasst, berührt, geht unter die Haut, verändert.
(Redaktion)