Benedikt Kranemann ThPQ 169 (2021), 274–282
 
Die „neue Normalität“ der Liturgie nach der Corona-Pandemie
Versuch einer liturgiewissenschaftlichen Einordnung
 

Die Pandemie hat die Kirche in einem ihrer Grundvollzüge, der Liturgie, massiv eingeschränkt. Sie ist jedoch nicht in eine Schockstarre verfallen, vielmehr hat sie vielfältige neue Feierformen hervorgebracht oder Bisheriges abgeändert. Dabei sind auf der einen Seite Vorzüge von Riten, die weniger im Blick waren, ins Bewusstsein geraten, auf der anderen Seite traten Probleme, die schon länger bekannt waren, noch deutlicher zu Tage, etwa dass Liturgie nicht gleichzusetzen ist mit Eucharistie und Kirche nicht mit geweihten Amtsträgern. Unser Autor bekundet berechtigte Hoffnungen, dass der äußere Anlass der Pandemie Reformen nach innen nach sich ziehen wird, dass in der Pandemie Bewährtes behalten oder weiterentwickelt wird. Er fürchtet jedoch nicht zu Unrecht auch ein großes Beharrungsvermögen und Resistenz gegen Veränderung sowie die Verstärkung von schon vorhandenen Polarisierungen.
(Redaktion)