Klaus Kießling ThPQ 169 (2021), 227–236
 
Zwischen rotierenden Teufelskreisen und weltbewegender Solidarität.
Die Corona-Pandemie als (pastoral-)psychologische Provokation
 

Auf emotionale Verletzlichkeiten und den Umgang mit ihnen fokussiert dieser Beitrag und skizziert Strategien der Krisenbewältigung bzw. Krisenbegleitung zwischen Verschwörungstheorien und Verhaltensimmunsystem, zwischen Blunting und Monitoring. Mit der Rückkehr zu alten Verhaltensmustern bei gleichzeitiger narzisstischer Abwehr der eigenen Fragilität, mit einem resignativen Rückzug und dem Ruf nach einer starken Führungsperson sowie mit einer gesellschaftlichen Veränderung auf Basis einer weltbewegenden Solidarität zeigt der Autor drei psychologische (Aus-)Wege aus der Krise auf. Dabei betont er, dass wir eben nicht alle im selben Boot sitzen, sondern dass sich die Ungleichheiten zwischen Schlauchboot und Luxusyacht weiter verschärfen. Aber die totenerweckende Botschaft lässt – vorsichtig und demütig – hoffen: Schließlich hat sich der Gekreuzigte und von den Toten Auferstandene sogar an seinen Wundmalen erkennen lassen.
(Redaktion)