Daniel Minch ThPQ 169 (2021), 132–140
 
Pluralität, Endlichkeit und social imaginaries: Systematisch-theologische Überlegungen zu „Kirche plural“
 

Mit einer hermeneutischen Reflexion über die Theorie der ,social imaginary‘ von Charles Taylor und einer Überlegung zur kreatürlichen Endlichkeit als anthropologische Konstante bei der Gestaltung der Welt wird für normative Grundlagen von Pluralität und Vielfalt in der Kirche – aber auch darüber hinaus – plädiert. Nicht-Gott sein heißt plural sein, und es ist als Geschenk der Schöpfung zu verstehen. Immanente Zeichen der Einheit sollten nicht gegen die Pluralität ausgespielt werden. Eine Neuentdeckung und die Wertschätzung des Zusammenspiels von Transzendenz und Immanenz in den Kulturen, in der Geschichte und in der Kirche fordere diese und ihre Praxis positiv heraus, den sensus fidei fidelium als Ausdruck einer Dynamik der Einheit und der schöpferischen Pluralität schärfer im Blick zu haben. Eine Kirche, die der Pluralität gegenüber offen bleibt, ist – im Sinne des II. Vatikanums – immer mehr global und universell unterwegs in dieser Welt.
(Redaktion)