Martin Ebner ThPQ 169 (2021), 115–123
 
Zur Vielfalt neutestamentlicher Gemeindemodelle
 

In erfrischender Weise zeigt der Verfasser, Prof. em. für Neues Testament, in seinem Beitrag auf, dass es nach dem Ausweis der ntl. Schriften in der Zeit des frühen Christentums unterschiedliche Formen der Gemeindeorganisation gegeben hat, die gleichberechtigt nebeneinander existierten. Neben solchen, die von einem Ältestenrat (Prebyterium) geführt wurden, gab es in paulinischen Gemeinden andere, in denen die Ekklesia basisdemokratisch entschied. In den Pastoralbriefen wird dieses Modell jedoch umgeformt in eines, in welchem ein Bischof letztlich alles beaufsichtigt und verantwortet. Dieses römische Modell sollte dazu dienen, dass die Gemeinde in der Öffentlichkeit anerkannt wird. An diese Übersicht schließt der Verf. spannende Überlegungen an, welche Konsequenzen eine Umsetzung des biblischen Befundes in unserer Zeit haben könnte.
(Redaktion)