Esther Jonas-Märtin ThPQ 169 (2021), 37–45
 
Über Paläste in der Zeit – oder wie Zeit heilig wird
 

Die Bestimmung von gemeinsamen Zeiten und Zeitstrukturen ist eine Aufgabe, die wesentlich zur Identitätsbildung einer Gemeinschaft beiträgt. Welche Bedeutung Zeit für das Judentum hat, wie sie definiert wird und welchem Inhalt besonders Bedeutung zugesprochen wird, das führt dieser Beitrag aus. Die Autorin beginnt mit den Zeitstrukturen des jüdischen Kalenders und der darin festgelegten Unterscheidung von profanen und heiligen Zeiten. Wie eine solchermaßen strukturierte Zeit erst mit Leben gefüllt werden kann, dieser Frage wendet sich der Beitrag anschließend zu. Er erklärt die zentrale Rolle der Mizwot (Gebote), deren Erfüllung Menschen Anteil haben lässt an Gottes Gegenwart, und er geht auf die Grundhaltungen von Kewa (Routine) und Kawanah (Achtsamkeit) ein, die der strukturierten Zeit eine sinnstiftende Dimension verleihen.
(Redaktion)