Angelika Berlejung ThPQ 169 (2021), 25–36
 
Wie wird Zeit in den Kulturen des Alten Orients strukturiert?
 

Immer schon haben die Menschen es unternommen, die Zeit, in der sie leben, sowie ihre eigene Lebenszeit einzuteilen und zu strukturieren, um sie auf diese Weise überschaubar und bewältigbar zu machen. Dabei sind sie von dem Bewusstsein geleitet, dass die Zeit nicht nur göttlichen Ursprungs ist, sondern ihr Lauf von den Göttern garantiert und gelenkt ist. Daraus ergibt sich sowohl die dem Kreislauf der Natur abgeschaute zyklische Wahrnehmung der Zeit wie auch die im Lebenslauf erfahrene lineare Erstreckung mit Anfang und Ende. Die Autorin, Professorin für Altes Testament an der Universität Leipzig, zeigt in eindrücklicher Weise und mit vielen Details, wie die Menschen des Alten Orients, Mesopotamiens und Ägyptens ihre Zeit erlebten und beschrieben, sie in eine allgemeine und eine besondere einteilten, mit Festen hervorhoben und so einen lebbaren Kalender entwarfen, an den man sich halten konnte.
(Redaktion)