Marianne Grohmann ThPQ 168 (2020), 22–31
 
Anthropologische und theologische Dimensionen des Leidens in den Klageliedern der Hebräischen Bibel
 

Am Beispiel des Buches der Klagelieder, das die Situation der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier im Hintergrund hat, analysiert die Verfasserin, Professorin für atl. Bibelwissenschaft in Wien, wie und in welcher Bildsprache im Einzelnen von Leiderfahrungen darin die Rede ist. Anhand von klug ausgewählten Textbeispielen wird jenes Vokabular erhoben und erklärt, welches die körperlichen und seelischen Leiden ausdrückt. Im Anschluss daran stellt die Verfasserin die Frage, wie in diesen Zusammenhängen von Gott und seiner Rolle in diesen Situationen des Leides gesprochen wird. Dabei zeigt sich, dass Gott nicht nur als erbarmungsloser Verursacher, sondern gar als Feind erfahren wird, sodass nach den Ursachen gesucht werden muss.
(Redaktion)