Christian Handschuh ThPQ 166 (2018), 374–383
 
Katholische Erinnerungen im Konflikt
Das Beispiel der Berliner Hedwigskathedrale
 

Ausgehend von einer Bestimmung des Erzählens und Erinnerns im Horizont der Kirchengeschichte erörtert der Autor die gegenwärtige Auseinandersetzung zur Umgestaltung der Berliner Hedwigskathedrale als geradezu „paradigmatischen Konflikt“ um die Deutung von Erinnerung innerhalb einer Religionsgemeinschaft bzw. religiösen Erinnerungsgemeinschaft. Es geht dabei einesteils um das Anliegen einer umfassenden Neugestaltung der Kirche nach liturgiewissenschaftlichen Gesichtspunkten, wobei die Eucharistie als Gedächtnis des Todes und der Auferstehung Christi hervorgehoben wird; dem steht allerdings andernteils das Anliegen der Bewahrung der gegenwärtigen Form aufgrund der wechselvollen Geschichte der Kathedrale und der Diözese selbst, die sich in der eigentümlichen Architektur markant verdichtet, gegenüber. Im Beitrag werden anhand dieser Auseinandersetzung zwei Erinnerungsgruppen und deren Erinnerungsstrategien unterschieden.
(Redaktion)