Manfred Prisching ThPQ 165 (2017), 339–347
 
Soziologie der kollektiven Ängste
 

Viele Menschen haben zunehmend den Eindruck, in einer Gesellschaft zu leben, in der nichts mehr „normal“ ist. Der Grazer Soziologe Manfred Prisching zeigt eindrucksvoll, welche zentralen Verlusterfahrungen sich kollektiv entfalten, wenn Werte, Gemeinschaft, Überschaubarkeit, Wohlstand und Sicherheit in Frage stehen: der Verlust der Normalität wie z. B. vermeintlicher Selbstverständlichkeiten und der Verlust der Resonanz (H. Rosa), d. h. einer gelingenden Weltbeziehung wie Verbundenheit mit und Offenheit gegenüber anderen Menschen und Dingen. Wer davon profitiert, sind neoautoritäre Bewegungen.
(Redaktion)